Dosierungs-Timeline GLP-1-Therapie
Wochenweise Dosis-Steigerung für Mounjaro®, Wegovy® und Saxenda® — interaktive Visualisierung mit typischen Reaktionen pro Stufe nach Fachinformation.
Titrationsschema
Mounjaro® · Spritze wöchentlich
2,5 mg / Woche
Klinischer Kontext
Startdosis zur Eingewöhnung. Noch keine therapeutische Dosis für Gewichtsreduktion — Ziel ist eine sanfte Anpassung des Magen-Darm-Trakts.
Typische Reaktionen auf dieser Stufe
- •Übelkeit, vor allem in den ersten Tagen nach der Injektion
- •Leichte Magen-Darm-Beschwerden, weicher Stuhl
- •Appetitminderung setzt allmählich ein
Stufe 1 von 6
Warum wird die Dosis langsam gesteigert?
Quellen: Fachinformationen der jeweiligen Präparate (Mounjaro®, Wegovy®, Saxenda®)
Was bedeutet „Titration“ bei GLP-1-Medikamenten?
Titration bezeichnet das schrittweise Heranführen an die therapeutisch wirksame Dosis. Bei GLP-1-Analoga wie Semaglutid (Wegovy®), Tirzepatid (Mounjaro®) und Liraglutid (Saxenda®) wird die Anfangsdosis bewusst niedrig gewählt — sie ist auf dieser Stufe noch nicht ausreichend zur Gewichtsreduktion wirksam. Ziel der ersten Wochen ist allein, dem Magen-Darm-Trakt Zeit zur Anpassung an die verlangsamte Magenentleerung zu geben.
Anschließend wird die Dosis in festen Abständen erhöht — bei Tirzepatid und Semaglutid alle 4 Wochen, bei Liraglutid wöchentlich. Die Erhaltungsdosis ist erst nach mehreren Monaten erreicht. Die Studienwirkung (SURMOUNT-1: −22,5 % Körpergewicht, STEP-1: −14,9 %, SCALE: −6,4 %) bezieht sich auf die maximale Erhaltungsdosis über die volle Studiendauer.
Warum wird die Dosis langsam gesteigert?
GLP-1-Agonisten verlangsamen die Entleerung des Magens und verändern die Hormonsignale, die das Sättigungsgefühl steuern. Diese Effekte sind erwünscht — verursachen aber zu Beginn typischerweise Übelkeit, weichen Stuhl oder Verstopfung. Eine zu schnelle Steigerung erhöht das Risiko, dass diese Beschwerden in Intensität und Dauer zunehmen und Patientinnen und Patienten die Therapie deshalb abbrechen.
Wird die Stufe erst gewechselt, wenn die vorherige gut vertragen wird, bleibt die Gesamtbelastung im Mittel deutlich geringer. Bei anhaltender Unverträglichkeit kann eine Stufe verlängert oder übersprungen werden — diese Entscheidung trifft immer der behandelnde Arzt anhand des individuellen Verlaufs.
Häufige Fragen zur Dosierung
Was passiert, wenn ich eine Injektion vergesse?
Die Fachinformationen geben pro Präparat ein konkretes Fenster an, in dem die vergessene Dosis nachgeholt werden darf (z.B. bei wöchentlicher Anwendung in der Regel innerhalb von 3–4 Tagen). Liegt die vergessene Anwendung darüber hinaus, wird sie ausgelassen und die nächste reguläre Dosis wie geplant gespritzt. Verbindliche Angaben stehen in der Packungsbeilage.
Muss ich immer bis zur Maximaldosis steigern?
Nein. Viele Patientinnen und Patienten bleiben auf einer niedrigeren Erhaltungsdosis, wenn die Wirkung ausreicht und die Verträglichkeit gut ist. Die Maximaldosis wird vom Arzt nur empfohlen, wenn das Therapieziel mit der niedrigeren Stufe nicht erreicht wird.
Wie lange dauert die Titrationsphase insgesamt?
Bei Tirzepatid bis zur Maximaldosis ca. 20 Wochen, bei Semaglutid ca. 16 Wochen, bei Liraglutid ca. 4 Wochen. Diese Zeiträume entsprechen den Standardschemata der Fachinformation — Ihr Arzt kann das Schema bei Bedarf verlängern.
Weitergehende Informationen finden Sie in der Nebenwirkungsübersicht und im Beipackzettel-Überblick.